Walhalla 2

Dokumentationszentrum Zukunft / PARA International / Alte Münze Berlin / Künstlerhaus Sootbörn Hamburg / Domplatz Hamburg / Molkenmarkt Berlin / Hauptstadtkulturfonds / Hamburgische Kulturstiftung / Archäologisches Museum Hamburg / Landesdenkmalamt Berlin | September / Oktober 2018

Von und mit::

Konzeption, Archäologie, Ausstellungsdesign, Inszenierung, Architektur, Kuration: Peter Behrbohm, Josephine Hans, Anselm Schenkluhn, Bastian Sistig, Kolja Vennewald Text und Dokument: Holger Fröhlich, Julia Lauter, Philipp Röding Bildrecherche, Dokumentation und Archiverstellung: Jonas Fischer, Philipp Meuser Tonfragmente: burgund t brandt Artefakte: Lena Marie Emrich, Samantha Bohatsch, Karoline Schneider, Øystein Aasan, Marie Köhler, Zuza Golinska, Gregor Rozanski Grabungsteam / Performance: Daniel Degeest, Alyssa Marie Warncke, Josema Enriquez, Andrea Krohn, David Gómez, Raha Emami Khansari, Emma Adler, Rike Horb, Klara Reitberger, Georg Bütow, Anton Steenbock, Niels Pegel, Felix Becker, Julie Legouez, Ruben Beider, Markus Bühler, Albert Herrmann, Diane Penrad, Jacob Steinfelder, Thomas Leo Chapman, Cora Guddat Vermittlung: Janine Meißner / Moritz Carl Winklmayr Produktionsleitung: Friederike Schneider Beratung: Maria Kusche Technische Leitung: Florian Fink Technische Mitarbeit: Walter Habrich Grafik: Leon Lechner Presse und Öffentlichkeitsarbeit: Melanie Marten, Bettina Freimann, Bastian Sistig

Walhalla 2 ist ein Denkmal, das es gegeben haben wird. Ein Ort, der durch die Tendenzen der Gegenwart denkbar geworden ist - die spekulative Archäologie und Aufarbeitung einer möglichen Epoche. Zwischen September und Oktober fanden drei gefakte, spekulative, archäologische Ausgrabung in Thüringen, Hamburg und Berlin statt, bei denen Dokumente, Reste, Ruinenteile und Beweismittel eines zukünftigen Walhalla 2 Denkmals vom eigenes dafür geschaffenen Explorationsunternehmen PARA INTERNATIONAL geborgen wurden. Diese Spuren und Lücken und Varianten und Beweise einer kommenden Geschichte, die mit jedem Tag wahrscheinlicher wird haben die Künstler*innen gemeinsam prekonstruiert und dabei eine Arbeit zwischen Landscape Play / Fake Ausstellung & immersiver Installation geschaffen.


„Wir werden mit minimalinvasiven Techniken im Herzen Berlins nach den Ruinen eines Nationaldenkmals graben. Wie sich zeigen wird, werden die Funde weder aus der Vergangenheit, noch aus der Gegenwart stammen.“, erklärt die eigens für das Projekt entwickelte internationale Explorationsfirma PARA INTERNATIONAL: „Auf welche Zukünfte steuern wir mit großen Schritten zu - und wie lässt sich diese Zukunft vorab ruinieren?“ (www.p-a-r-a.org.)


Die Artefakte dieser spekulativen Zukunft wurden anschließend im Rahmen einer Sonderausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Für mehrere Wochen zeigten die für das Projekt erschaffene fiktive Forschungsinstitution DOKUMENTATIONSZENTRUM ZUKUNFT unter dem Titel THE FUTURE WAS MIGHT BE CONFUSING Funde aus Thüringen, Brüssel, Danzig, Hamburg und Berlin.


"Das Dokumentationszentrum Zukunft versteht sich als disruptiver Player im Spiel der Geschichte, als sprichwörtlicher Holzschuh im Räderwerk der Wirklichkeit, als Versuch einer Gegenfrage auf immer unappetitlichere Orakelsprüche. " (www.dokumentationszentrum.info )


Dabei suchten wir die Kooperation zu real existierenden Institutionen wie dem Archäologischen Museum Hamburg, dem Landesdenkmalamt Berlin und dem Museum für Vor- und Frühgeschichte. „Wir freuen uns, dass die archäologische Forschung in Deutschland mit dem Dokumentationszentrum Zukunft ab heute um eine neue Perspektive bereichert wird.“so der Hamburger Landesarchäologe und Direktor des Archäologischen Museums Hamburg Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss.


Die Sonderausstellungen in Berlin und Hamburg versprachen Aufarbeitung des Kommenden, Einfühlung in das Mögliche und kritische Reflexion auf eine Epoche, die auf manche noch wartet, die andere herbei sehnen und einige zerstören werden. Die Ausstellung lud ein darüber nachzudenken wie verantwortlich Ästhetik und wie machtvoll das Dokument sein kann, ob eine spekulative Archäologie in der Lage ist, in ein störendes Verhältnis zur Wirklichkeit zu treten und inwiefern kulturelle Praktik wie Archäologie, Musealisierung und Archivierung als machtvolle Identitäsmaschinen mit Narrationsanspruch politisch auftreten. So wurden beispielsweise die BesucherInnen von SchauspielerInnen durch die Ausstellung geführt, die darin geschult waren den spekulativen geschichtswissenschaftlichen Kontext der Funde einfach, charmant und
präzise zu erläutern.